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Bloggen oder nicht Bloggen?

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation — silkester at 6:25 am on Dienstag, November 8, 2005

Ich kann nicht anders, ich muss es schreiben:

Die Geschäftsleitung:
Bloggen oder Nichtbloggen; das ist hier die Frage:
Obs edler im Gemüt, die Links und schnöde Worte
Des wütenden Blogmobs erdulden oder,
Sich waffnend gegen eine Schar von Plagen,
Durch Widerstand sie enden? Schreiben – schwelgen –
Nichts weiter! Und zu wissen, daß ein Wort
Das Herziehn und die tausend Posts endet,
Die unser ungestümes Streben, ’s ist ein Ziel,
Aufs innigste zu wünschen. Schreiben – schwelgen –
Schreiben! Vielleicht auch träumen! Ja, da liegts:
Was in den Worten für Träume kommen mögen,
Wenn wir die irdische Verstrickung kommentierten,
Das zwingt uns zuzuhören. Das ist die Rücksicht,
Die Betriebe läßt zu hohen Jahren kommen.
Denn wer ertrüg der Zeiten Spott und Geißel,
Der Medien Druck, des Bloggers Mißhandlungen,
Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub,
Den Übermut des Staates und die Steuerlast,
Die überdies den Verdienst erdrückt,
Wenn er sich versorgt in Ruhstand setzen könnte
Mit einem Antrag bloß? Wer trüge Lasten
Und stöhnt’ und schwitzte unter Lebensmüh?
Nur daß die Schmach der blutroten Zahlen,
Das unentdeckte Land, von des Bezirk
Kein Wandrer wiederkehrt, den Willen irrt,
Daß wir die Übel, die wir haben, lieber
Ertragen als zu unbekannten fliehn.
So macht Bewußtsein Feige aus uns allen;
Der angebornen Farbe der Entschließung
Wird des Gedankens Blässe angekränkelt;
Und Unternehmen, hochgezielt und wertvoll,
Durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt,
Verlieren so der Handlung Namen. – Still!
Die reizenden Berater! – Basic, Röll und Eck, schließ
In dein Gebet all meine Unbedachtheit ein!

Shakespears Hamlet remixed

 
Ich weiß nicht, ob es für jedes Unternehmen Sinn macht zu bloggen und ob jedes Unternehmen bloggen sollte. Aber Ich sehe beim besten Willen auch keinen Grund, warum es das nicht tun sollte. Bloggen hat viel mit Gesprächskultur zu tun und Bloggen nutzt Netzstrukturen so geschickt, dass es in meinen Augen definitiv ein Fehler wäre, dieses Instrument nicht auf seine Anwendbarkeit hin zu untersuchen. Und die Gedanken in der reinen Formsachen zu CEOs und Fischen, nun fragt sich wer was schreibt und auf welche Leser es abzielt. Würde nicht beim Börsenhai die Kenntnis darüber, dass CEO A und CEO B der Branche XY zur selben Zeit im selben trüben Teich fischten, folgenreiche Konsequenzen haben? Und würden nicht Gerüchte über Schwierigkeiten im Unternehmen durch entsprechende illustere Urlaubserzählungen just in der vermeintlichen Krisenzeit Bedenken relativieren? Und ein CEO der von den klaren Bächen und Fischen erzählt, zeigt seine Nähe zur Natur. Würde man dem nicht eher abkaufen, dass er auch in seinem Betrieb eine nachhaltige Umweltpolitik durchsetzt, auf Verträglichkeit und Ökologie achtet?

In jedem Gespräch ist ein Hintergrundrauschen, das unsere Meinung über Dinge und andere Aussagen, die im Bezug zu Gespräch und deren Teilnehmer stehen, beeinflussen.

Warum also sollte ein Unternehmen nicht in diese Kultur eintauchen und mitmachen?

Stellt sich die Frage nach den Return on Invest? Nun nicht alles lässt sich sofort in Heller und Pfennig messen und manches braucht einen sehr langen Bezugsrahmen und immer noch wird man bei all dem Rauschen durch andere Faktoren keine eineindeutige Aussage treffen können. Desweiteren werden einige aktuell positive Effekte zukünftig deutlich schwächer ausgeprägt sein. Macht es also wirklich Sinn, diese Effekte in den Vordergrund zu stellen? Letzlich wird man als Untenehmer seinen Stil, seine Mischung und sein Zielpublikum suchen und damit sehr wohl in einem gewissen Rahmen experimentieren müssen. Ob man das nun Spiel oder Pilot nennt, ist dabei zweitrangig, denn gemeint ist ein und das selbe.

Nachtrag: Formsache: Das Germanisten-Herz erfreut. Gern gescheh’n.


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