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Der Skaleneffekt

Eintrag abgelegt unter: Kooperation,Organisation — silkester at 6:46 am on Donnerstag, November 10, 2005

Im April 2004 zitierte ich zum Skaleneffekt im Netz. Da aktuell hier viele Suchergebnisse von Google auf eine nicht mehr existente Datenbank des alten KMU-Blogs aufprallen, greife ich den Suchbegriff einfach wieder auf, schließlich hat sich an der Brisanz des Themas nichts geändert.

Damals schrieb ich (dem Google-Cache sei Dank):

Die Oligopolie des Internets. Wer groß ist wird größer. Wer klein ist, verschwindet so oder so.

Als klares Signal für die Konzentrationswelle wachsen die Marktführer in vielen Internet-Branchen schneller als die Verfolger. Im Internet-Handel steigt die Kundenzahl von Ebay, Amazon, Karstadt-Quelle, Otto und Tchibo etwa doppelt so schnell wie bei den meisten Konkurrenten. Vor allem die großen drei aus Amerika – Ebay, Amazon und Yahoo – haben Deutschland als Wachstumsmarkt entdeckt.

Quelle: FAZ — Netz-Monopole

Festzuhalten bleibt, dass durch den Skaleneffekt, zwar wenig lukrative Märkte vorhanden sind, doch am Rand ebenso wie im Zentrum ernähren sich viele kleine Anbieter. Dies gilt vor allendingen für eBay. Jüngstes Beispiel das 321Blog von Robert Basic.

Flöhe am Busen des Elefanten

Robert Basic nutzt hierbei seine Fähigkeit, als kleiner Anbieter seinen Vorteil mehr Individualität und Persönlichkeit in die Waagschale zu werfen. Dort wo eBay als anonyme Masse erscheint und nur noch über automatisierte Prozesse in der Lage ist, zu existieren, kann ein Einzelunternehmer durch die geschickte Wahl der Nische, sich zu einer Perle mit einem guten Return on Invest entwickeln. Im Fall des 321Blog ist es sicher zu früh zu sagen, wie es sich entwickeln wird.

Die Kunst ist es sich Skaleneffekte zu nutze zu machen. Das 321Blog.de nutzt das allgemeine Interesse an der Plattform und ist der menschliche Filter, das System überfordert.

Der Skaleneffekt findet sich nicht nur im Netz. Bei der Recherche im Netz zum Begriff stieß ich auf einen Bericht mit dem Titel Als Kettenglied zum Erfolg auf inwent.org. Dieser Bericht analysiert sehr schön die Schritte, wie sich ein scheinbar chancenloser Marktteilnehmer der dritten Welt formiert und sich erforlgreich in den Markt einbringt. Hierbei wird auch deutlich, dass es sich hierbei um Grundprinzipien handelt, die sich auf jedes System anwenden lassen.

Die Komponenten sind:

  • Produktstandards (Schulung in ISO-Normen)
  • Marktkenntnis (Nischenanalyse, Produktdesign)
  • Selbsteinschätzung (Engpass konzentrierte Strategie EKS)
  • Netzwerken (Aggregation und Logistik)

Der Rest ist Umsetzung und Akquise.

Eine weitere Quelle zum Thema ist auch der Artikel von Charles Handy von 2002 Elephants and Fleas: Is Your Organization Prepared for Change? (engl.) in dem die Schwerfälligkeit, die durch den Skaleneffekt bei den “Elefanten”, die größer und größer werden, thematisiert wird. So mancher Elefant ist implodiert, weil das System nicht mehr sich selbst organisieren und erneuern konnte. eBay geht gegen Innovatoren vor und macht auch schon einmal einen Floh platt. Siehe 321blog.de: Einstweilige Verfügung gegen Bewertungspruefer.de. Fragt sich, ob eBay sich damit nicht einen Bärendienst erweist, da die Innovatoren sich einen anderen Elefanten suchen?


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(Wer sagt es als erster?)