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Fragmentiert: Alle 11 Minuten eine Arbeits-Unterbrechung

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation,Organisation,Planung — silkester at 9:21 am on Sonntag, November 13, 2005

Alle 11 Minuten wird die Arbeit eines Bürofacharbeiter, Programmierer oder Managers im Durchschnitt unterbrochen und es brauch 25 Minuten, bis er zurück in die Arbeit findet. “Man kommt zu nichts mehr!” gehört nicht umsonst zu den meist gestönten Fazits eines Arbeitstages.

Dies ist das Ergebnis einer Studie, deren Studienfach vor 100 Jahren begann, als es das erste Mal für die Qualität der Arbeit entscheident war, dass diese ohne Unterbrechung durchgeführt werden konnte. Damals vor 100 Jahren ging es um das Telegrafenamt und die Telegrafisten. Die Lösung damals war ein Schild, mittels dessen man dem Kunden untersagte den Telegrafisten bei der Arbeit anzusprechen.

” I want to feel like I did something during my brief life besides check my email.”
(Paul Ford, Journalist bei Harper’s Magazine)

Die Arbeit heute erfordert eine andere Lösung. Denn die Unterbrechungen der Arbeit sind die Arbeit, oder doch zumindest für den erfolgreichen Ablauf im Unternehmen relevant. Das Studiengebiet befasst sich mit der Unterbrechung und den Arbeitsprozessen. So ist es z.B. nicht weise, seine E-Mails nicht zeitnah zu prüfen und zu beantworten, a) weil dann unterstellt wird man käme nicht nach, b) weil man tatsächlich nicht mehr nachkommt, angesichts der Flut der E-Mails. Vorallem aber, weil nicht selten in den E-Mails Nachrichten stecken, die eine unmittlebare Bearbeitung erfordern. Ablenkungen durch Kollegen lässt man sich gefallen, denn benötigt man selbst einmal dringend Hilfe, ist man in gleichem Maße darauf angewiesen, dass sich die Kollegen stören lassen. Etc.

Quellen:

Apropos Arbeitsplatz-Zeitanalyse.
Das erinnert mich …

Als damals mein Chef und ich eine unterschiedliche Sicht auf meine Arbeitsqualität und mein Pensum hatten, wollte ich es genauer wissen. Ich legte mir ein einfaches Formular zurecht, mit dem ich Inhalte und Zeiten schnell und effizient erfassen konnte, ohne allzuviel Zeit mit der Erfassung selbt zu verbringen. Hierbei diente mir jenes einfache Formular, in das ich meine Routinen eintrug und Freiraum blieb, für alles was nicht Routine war. Es war erstaunlich, was ich dabei entdeckte. Natürlich war es für mich als Multitask-Arbeiterin, die damals eine extrem große Zahl an Funktionen ausfüllte, gar nicht anders machbar und dass damals meine Bitte die Tätigkeiten, in denen ich nicht nur schwach war, sondern mir zudem auch gegen den Strich gingen (… und noch heute gehen. Man macht zur Not auch dieses oder jenes, wenn im KMU sich kein anderer findet.), durch eine zusätzliche Halbtagskraft abzunehmen, ist bis heute in meine Augen eine Fehlentscheidung der Geschäftsleitung. Es war der Anfang von einem sehr bösen Jahr für mich und für meinen damaligen Arbeitgeber.

Man sollte solche Analysen ernst nehmen, ob selbstständig oder angestellt, es ist eine wichtige Grundlage für die Arbeitsplatzorganisation und auch für die Arbeitsplatzbeschreibung. Die Lektüre des Artikels ist ein weiterer Baustein, wie man z.B. an Lösungsstrategien herangehen kann. Siehe Abschnitt zur NASA und die Unterbrechung eines Millonen-Dollar-Versuches.

Gefunden via Jo’s Jobwelt via Jobblog via Medienkonvergenz plus ein wenig Recherche und dem Kramen in meinem Uralt-Archiv.


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(Wer sagt es als erster?)