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Zack Zement — der Kollege nervt!

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation,Kooperation,Organisation — silkester at 10:03 am on Freitag, November 18, 2005

Wer kennt das nicht, mehrere Mitarbeiter in der Zwangsgemeinschaft am Arbeitsplatz. Und schon beginnt der Zickenterror und wie auch immer diese kleinen Anfeindungen beim Herrn Kollegen heißen.

Wenn der Kollege nervt, hat das gleich mehrere Auswirkungen, zum einen die Unterbrechung:

  • Kollege A erzeugt eine Störung.
  • Kollege B konstatiert: “Das stört!”
  • Kollege B verliert für einen Moment den Faden.
  • Kollege B muss kurz neu ansetzen.

Zum anderen, wenn sich eine Störung an die andere reiht und es auffällig wird:

  • Kollege A erzeugt wieder eine Störung.
  • Kollege B konstatiert: “Er stört!”
  • Kollege B zieht wieder Zwischenbilanz,
    wie oft Kollege A ihn von der Arbeit abhält
  • Kollege B hat nun den Faden völlig verloren.
  • Kollege B sinniert noch, während er etwas länger neu ansetzt und
    während des Vorgangs, wie sehr Kollege A stört.

Die Situation beginnt zu eskalieren. Kollege B nimmt nun schon kleinste Regungen als Störungen war und mahnt deren Einstellung an:

  • Kollege A erzeugt nicht wirklich eine Störung.
  • Kollege B konstatiert: “Er stört ja immer!”
  • Kollege B mahnt mit dem Unterton des Vorwurfs,
    diese störende Gewohnheit abzustellen.
  • Kollege A wird unterbrochen.
    Kollege B erzeugt damit eine Störung.

Je häufig sich Kollege B beschwert und um eine Verhaltensänderung bittet, desto genervter ist Kollege A. Und da haben wir dann ein kleines Problem am Arbeitsplatz. Zwei Unverträglichkeiten, die auch schon einmal das ganze Team in Mitleidenschaft zieht. Unberücksichtigt bleibt, ob Kollege B nun überempfindlich oder Kollege A tatsächlich ein chronischer Störer ist. Das ist auch für die folgende Überlegung überhaupt nicht wichtig.

Viele Menschen sind am Arbeitsplatz darauf konditioniert ihre Arbeit mit tiefem Ernst zu machen und wollen dies bestmöglich erledigen. Da wir aber kaum Arbeitsroboter wie in Fritz Langs Metropolis sind, müssen wir mit Kollegen auf einer anderne Ebene als der Arbeit sozial interagieren, damit das Betriebsklima stimmt. Und der Informationsfluß unter den Kollegen gepflegt wird. Also der Flurfunk dem Informationsmanagement dient und nicht dem häßlichen Kollegenratsch.

Dies schafft man, in dem man genau diese Falle, in die wir immer wieder tappen, uns bewusst machen und gemeinsam einen besseren Umgang untereinander und innere Gelassenheit trainieren. Ob dies mit einem Coach oder in Theater-Worshops geschieht, ist dabei, denke ich, zweitrangig. Dass es dem Unternehmen etwas bringt, lässt sich von den Aussagen von Prof. Götz W. Werner, geschäftsführender Gesellschafter der dm-Märkte, auf der Firmeneigenen Homepage ableiten:

Das gute Ergebnis des Servicebarometers zeigt, dass auch die Kunden etwas davon haben, wenn sich die Menschen bei dm sowohl mit sich selbst als auch verantwortungsbewusst mit ihren Aufgaben, die bei uns immer kundenorientiert sind, auseinander setzen können.

Nach diesen guten Erfahrungen, die wir mit der Implementierung von kultureller Bildung im Innenverhältnis gemacht haben, haben wir jetzt zwei weitere Initiativen gestartet. Bei den Flutkatastrophen an der Elbe und im Indischen Ozean wurde deutlich, dass die Mitarbeiter eine große Bereitschaft zeigen, sich im Namen von dm sozial zu engagieren. Die Bereitschaft, ein Stück Arbeit zu leisten, um in der Gesellschaft positiv zu wirken, ist da.

Quelle: Positiv nach innen und nach außen wirken

Übrigens nicht nur für diese kleine Alltagssituation, von dem Teamleiter ein Leid, pardon, ein Lied singen können.


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(Wer sagt es als erster?)