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Groß und großartig

Eintrag abgelegt unter: Entwicklung,Marketing — silkester at 12:48 pm on Mittwoch, März 22, 2006

In der Geschichte gab es bereits mehrfach Entwicklungen hin zu “Größer und großartiger”. Die Ergebnisse waren so groß und großartig, dass sie bei der Veränderung der äußeren Umstände nicht in der Lage waren, sich den neuen Gegebenheiten anpassen zu können. Dies gilt für Natur wie für Gesellschaftssysteme. Was also soll so erstrebenswert sein am “groß & großartig” (aus dem Englischen “bigger & greater”) sein?

Den ganz großen und großartigen Dingen war eines gemeinsam. Sie wirkten unbesiegbar, unsinkbar unzerstörbar. Doch wie die Titanic so sind viele große und großartige Dinge heute lang schon verschwunden. Der Untergang war unbequem und leidvoll, ob es verhungernde Dinosaurier waren oder der Niedergang des römischen Reiches. Das eine oder andere hat sich jedoch transformiert und existierte weiter, aber in der Regel nicht mehr so groß und großartig.

“Bigger & Greater” ist eines der beliebtesten Beschreibungen der Amerikaner, wenn Sie etwas neu auflegen, wieder aufbauen oder von anderen kopieren (… nur eben bigger & greater).

Ford der Dino aus der Gründerzeit ist hier gleich ein zweifach schönes Beispiel.

Ford ist in den USA ein Synonym für Entlassungen geworden. Die Autos für den Markt USA sind nicht zeitgemäß und das obwohl Ford in Deutschland sehr wohl bei den kleinen sparsamen Fahrzeugen eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Es sollte also Ford gar nicht so schwer fallen, ihr Modelle aus Europa in den USA auf den Markt zu werfen und den guten Ruf ihrer Dinos auf jene neue Exemplare der Autos, die sich in dem anderen Lebensumfeld Europa der neuen Energiesparversion angepasst haben. Raum wir nur so groß geplant wie nötig, wenn auch die Möglichkeiten im nötigen Raum flexibler und damit effizienter genutzt werden. Die Entwicklung des Autos in und für Europa ist in bestem Darwinismus der amerikanischen Autoentwicklung voraus.

Doch scheint es, dass die Dinos in der US-Vorstandsebene mehr auf den Statusgewinns der Spritschlucker schielten “Seht her ich kann mir trotz dieser unverschämten Spritpreise noch einen Spritschlucker leisten. Haha!” oder was auch immer sonst den Konzern davon abhielt eine Kampagne mit dem Spritpreis zu fahren und die kleinen sparsamen Fordmodelle gewinnbringend auf dem Markt zu werfen. Ich bin davon überzeugt, dass dies in Verbindung mit dem Patrioten-Bonus aufgegangen wäre. Mal schauen, ob die USA 2006 bereit ist, auf den neuen Kurs einzuschwenken und den umwelt- und ressourcenschondenderen Weg in der Wirtschaft gehen.

Dies sollte die Stunde des Mittelstandes und der Ingenieurswissenschaftlers sein, die nicht zuletzt wegen der in Deutschland so restriktiv geforderten Berücksichtigung der Ökologie in der Produktentwicklung eine beachtlichen Vorsprung besitzen sollten.

Think: Klein und fein! und keine Angst vor den großen Tieren.


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(Wer sagt es als erster?)