KMU-Blog

Weblog für Kleinunternehmer und Mittelständler

Blog-Track und Trackback, FRoSTa

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation,Marketing — von silkester um 10:40 am am November 23, 2005

Weblogs sind Gespräche am Gartenzaun von Bloggersdorf und wie das so ist, eine gute Geschichte verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Richtigstellung dagegen läuft zäh und zäher … Worum geht’s?

Alles fing damit an, dass mutig ein Pionieer-Blogger in der Szene auftrat. Ein “echtes” deutsches Unternehmen bloggt. Auf ein Podest gehoben, muss nun also das Blog von FRoSTa unter vielen vielen Augen der Blogosphäre bestehen. Da kann es gar nicht ausbleiben, dass ein kleiner Irrtum große Wirkung zeigt.

Am 18. November 2005 stolpert FRoSTa über die fehlende Trennschärfe von biologisch und natürlich im deutschen Lebensmittelrecht. Nachzulesen bei Finanso.

Bionade ebenso wie FRoSTa unternehmen große Anstrengungen ihre Produkte in der Nische Natur zu positionieren. Auf der Website von Bionade heißt es:

Die BIONADE GmbH ist ein junges, innovatives Familienunternehmen, das alkoholfreie Erfrischungsgetränke ausschließlich biologisch herstellt und unter der Marke BIONADE vertreibt.

Das Unternehmen wurde 1995 anlässlich der Erfindung von BIONADE gegründet. BIONADE ist das weltweit erste und einzige alkoholfreie Erfrischungsgetränk, das durch Fermentation nach dem Brauprinzip rein biologisch hergestellt wird.

[ … ] Die Marke befindet sich auf dem Wege der Internationalisierung.

Das Unternehmen gilt als Vorbild für ausgefallenes Nischenmarketing und ein innovatives Produkt, das von einem Underdog kam und wie man lesen kann, einen Siegeszug angetreten hat. Über die Produkte heißt es auf der Site:

BIONADE ist das weltweit erste und einzige alkoholfreie Erfrischungsgetränk, das rein biologisch hergestellt wird.
Durch Fermentation natürlicher Rohstoffe ökologischer Qualität. Mit viel Calcium und Magnesium. Und mit natürlichen Essenzen aus Früchten und Kräutern.
BIONADE wirkt isotonisch und erfrischt auf natürlicher Basis. Feinherb fruchtig. Als Holunder, Litschi, Kräuter und jetzt neu: Ingwer-Orange.
Pur oder auf Eis ein erfrischendes Erlebnis.

Vermalledeite natürliche Aromen und
deren fehlende Trennschärfe

Der Volksmund heißt es anders als bei Gericht, im Zweifel gegen den Angeklagten. Einmal geschrieben und in die Welt entlassen, war es zu spät. Das Problem, das FRoSTa ganz richtig gesehen hat, ist, dass man durchgestrichenes immer noch lesen kann. Das dabei große Fragezeichen aufkommen ist verständlich. Etwa nicht löschen? Dokumentieren, dass ein Zweifel besteht oder auch nur bestand? So nachvollziehbar der Irrtum und die vorschnelle Publikation der Mitarbeiterin unter dem Blickwinkel heutiger Prozesse in der Lebensmittelindustrie ist, so fatal ist dieser Blickwinkel. Auf manche Dinge will man eigentlich nicht aufmerksam machen. Es gibt Aspekte, die bläst man immer zu gigantischen Elefanten auf. Ich hätte ebenfalls gelöscht und nur darauf verwiesen, dass man etwas gelöscht hätte, da deren Wahrheitsgehalt unbewiesen und zweifelhaft sei und die eigene Leichtfertigkeit in Bezug auf “Man macht das so” bedauerte. Die Lehre Hülle des Beitrages einfach stehen lassen.

Zu spät zu spät zu spät …

Nun wird FRoSTa das nachsehen. Bloggen kann zu einem leidigen Wesen mit erschreckender Eigendynamik werden. Tröstlich nur, dass die meisten so einen Irrtum selbst schon begangen haben. Sie zeigen Verständnis und schließen zumeist ein Unternehmen in ihre Herzen, das einen Irrtum einräumt und zeigt, dass es souverän mit dem Szenario umgehen kann.

In vielen Fällen genügt es ein Trackback zu senden. Bei anderen wird man einen Kommentar hinterlassen müssen. Ohne danach gesucht zu haben, stieß ich auf den Fall hier , hier, hier , hier und hier.

Auf die Richtigstellung stieß ich dann bei FRoSTa, weil es eben aktuell ist. Morgen aber werden diese Beiträge alle unverbunden im Netz stehen und dann ist es gut, wenn in jedem einzelnen Block zumindest ein Hinweis ist, wie die Geschichte ausging.


 
weitere Artikel zu:

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation,Marketing

(Wer sagt es als erster?)

 

Ein Blog mit Aus- Ansichten auf Journalisten

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation — von silkester um 10:14 am am November 18, 2005

Interessante Beiträge auf Bloogle zum jonet-Tages 2005, der mit dem neuen Medium Blog viel Stärker den Journalisten hinter den Verlagen in das Bewusstsein rückt.

* Ich glaube nicht, dass Blogs eine zahnlose Aufsichtsbehörde wie den Presserat brauchen und ein Blog-Codex existiert und hat sich mehr oder minder auch bei den meisten ernst zu nehmenden Blogschreibern etabliert. Es sind in den meisten Bereichen Lex-Blogs, die sich aus der Erfahrung herauskritallisieren und Dinge, die von Bloggern kritisiert werden, tauchen sie in der Blogosphäre auf.

Links zum Blog-Codex: Blogethik-Diskussion vorbei? | Rebecca Blood on Weblog-Ethics (aus dem Jahr 2002) | Jonathon Delacour on Weblog Ethics | Voyeurismus der Weblogs | Blog-Ethik aus dem Blickwinkel der Selektion | What ethics should bloggers have ? | … und viele viele viele weitere Links zum Thema finden sich schnell im Netz.


 
weitere Artikel zu:

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation

(Wer sagt es als erster?)

 

Zack Zement — der Kollege nervt!

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation,Kooperation,Organisation — von silkester um 10:03 am am

Wer kennt das nicht, mehrere Mitarbeiter in der Zwangsgemeinschaft am Arbeitsplatz. Und schon beginnt der Zickenterror und wie auch immer diese kleinen Anfeindungen beim Herrn Kollegen heißen.

Wenn der Kollege nervt, hat das gleich mehrere Auswirkungen, zum einen die Unterbrechung:

  • Kollege A erzeugt eine Störung.
  • Kollege B konstatiert: “Das stört!”
  • Kollege B verliert für einen Moment den Faden.
  • Kollege B muss kurz neu ansetzen.

Zum anderen, wenn sich eine Störung an die andere reiht und es auffällig wird:

  • Kollege A erzeugt wieder eine Störung.
  • Kollege B konstatiert: “Er stört!”
  • Kollege B zieht wieder Zwischenbilanz,
    wie oft Kollege A ihn von der Arbeit abhält
  • Kollege B hat nun den Faden völlig verloren.
  • Kollege B sinniert noch, während er etwas länger neu ansetzt und
    während des Vorgangs, wie sehr Kollege A stört.

Die Situation beginnt zu eskalieren. Kollege B nimmt nun schon kleinste Regungen als Störungen war und mahnt deren Einstellung an:

  • Kollege A erzeugt nicht wirklich eine Störung.
  • Kollege B konstatiert: “Er stört ja immer!”
  • Kollege B mahnt mit dem Unterton des Vorwurfs,
    diese störende Gewohnheit abzustellen.
  • Kollege A wird unterbrochen.
    Kollege B erzeugt damit eine Störung.

Je häufig sich Kollege B beschwert und um eine Verhaltensänderung bittet, desto genervter ist Kollege A. Und da haben wir dann ein kleines Problem am Arbeitsplatz. Zwei Unverträglichkeiten, die auch schon einmal das ganze Team in Mitleidenschaft zieht. Unberücksichtigt bleibt, ob Kollege B nun überempfindlich oder Kollege A tatsächlich ein chronischer Störer ist. Das ist auch für die folgende Überlegung überhaupt nicht wichtig.

Viele Menschen sind am Arbeitsplatz darauf konditioniert ihre Arbeit mit tiefem Ernst zu machen und wollen dies bestmöglich erledigen. Da wir aber kaum Arbeitsroboter wie in Fritz Langs Metropolis sind, müssen wir mit Kollegen auf einer anderne Ebene als der Arbeit sozial interagieren, damit das Betriebsklima stimmt. Und der Informationsfluß unter den Kollegen gepflegt wird. Also der Flurfunk dem Informationsmanagement dient und nicht dem häßlichen Kollegenratsch.

Dies schafft man, in dem man genau diese Falle, in die wir immer wieder tappen, uns bewusst machen und gemeinsam einen besseren Umgang untereinander und innere Gelassenheit trainieren. Ob dies mit einem Coach oder in Theater-Worshops geschieht, ist dabei, denke ich, zweitrangig. Dass es dem Unternehmen etwas bringt, lässt sich von den Aussagen von Prof. Götz W. Werner, geschäftsführender Gesellschafter der dm-Märkte, auf der Firmeneigenen Homepage ableiten:

Das gute Ergebnis des Servicebarometers zeigt, dass auch die Kunden etwas davon haben, wenn sich die Menschen bei dm sowohl mit sich selbst als auch verantwortungsbewusst mit ihren Aufgaben, die bei uns immer kundenorientiert sind, auseinander setzen können.

Nach diesen guten Erfahrungen, die wir mit der Implementierung von kultureller Bildung im Innenverhältnis gemacht haben, haben wir jetzt zwei weitere Initiativen gestartet. Bei den Flutkatastrophen an der Elbe und im Indischen Ozean wurde deutlich, dass die Mitarbeiter eine große Bereitschaft zeigen, sich im Namen von dm sozial zu engagieren. Die Bereitschaft, ein Stück Arbeit zu leisten, um in der Gesellschaft positiv zu wirken, ist da.

Quelle: Positiv nach innen und nach außen wirken

Übrigens nicht nur für diese kleine Alltagssituation, von dem Teamleiter ein Leid, pardon, ein Lied singen können.


 
weitere Artikel zu:

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation,Kooperation,Organisation

(Wer sagt es als erster?)

 

Intelligente Werbung

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation,Marketing — von silkester um 9:43 am am November 15, 2005

Einfach mal Abschalten
Werbung wie Bananenverkäufer muss nicht sein. Einfach mal abschalten … und wo findet man das? Diese Information muss man – wie im richtigen Leben – ein wenig suchen.

Mit diesem Element spielt ein PDF-Dokument, das auf eine Website verweist.

Na, herausgefunden? Ich helfe nach, obwohl ich im Gegensatz zum Werbeblogger nicht mehr der Meinung bin, dass bei dieser Seite alles Stimme. Es stimmt viel, aber an eine gewissen Punkt sollte man Flash verlassen. Es ist nun einmal nicht barrierearm, bzw. wie der Volksmund sucht barrierefrei.

Und so langweilig wie barrierefrei-reisen.de muss man eine barrierefreie Seite auch nicht gestalten. Was gebraucht wird ist recht wenig, nur beachten sollte man es.

Der Rest ist Idee + Umsetzung um so einen Hingucker zu machen, wie er für “NY Haiti nonstop” gestaltet wurde. Das schöne an dieser Werbung ist die Komponenten-Werbung, die ihre volle Kraft dann erreicht, wenn man die Teile zusammenfügt.

via Werbeblogger


 
weitere Artikel zu:

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation,Marketing

(Wer sagt es als erster?)

 

Fragmentiert: Alle 11 Minuten eine Arbeits-Unterbrechung

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation,Organisation,Planung — von silkester um 9:21 am am November 13, 2005

Alle 11 Minuten wird die Arbeit eines Bürofacharbeiter, Programmierer oder Managers im Durchschnitt unterbrochen und es brauch 25 Minuten, bis er zurück in die Arbeit findet. “Man kommt zu nichts mehr!” gehört nicht umsonst zu den meist gestönten Fazits eines Arbeitstages.

Dies ist das Ergebnis einer Studie, deren Studienfach vor 100 Jahren begann, als es das erste Mal für die Qualität der Arbeit entscheident war, dass diese ohne Unterbrechung durchgeführt werden konnte. Damals vor 100 Jahren ging es um das Telegrafenamt und die Telegrafisten. Die Lösung damals war ein Schild, mittels dessen man dem Kunden untersagte den Telegrafisten bei der Arbeit anzusprechen.

” I want to feel like I did something during my brief life besides check my email.”
(Paul Ford, Journalist bei Harper’s Magazine)

Die Arbeit heute erfordert eine andere Lösung. Denn die Unterbrechungen der Arbeit sind die Arbeit, oder doch zumindest für den erfolgreichen Ablauf im Unternehmen relevant. Das Studiengebiet befasst sich mit der Unterbrechung und den Arbeitsprozessen. So ist es z.B. nicht weise, seine E-Mails nicht zeitnah zu prüfen und zu beantworten, a) weil dann unterstellt wird man käme nicht nach, b) weil man tatsächlich nicht mehr nachkommt, angesichts der Flut der E-Mails. Vorallem aber, weil nicht selten in den E-Mails Nachrichten stecken, die eine unmittlebare Bearbeitung erfordern. Ablenkungen durch Kollegen lässt man sich gefallen, denn benötigt man selbst einmal dringend Hilfe, ist man in gleichem Maße darauf angewiesen, dass sich die Kollegen stören lassen. Etc.

Quellen:

Apropos Arbeitsplatz-Zeitanalyse.
Das erinnert mich …

Als damals mein Chef und ich eine unterschiedliche Sicht auf meine Arbeitsqualität und mein Pensum hatten, wollte ich es genauer wissen. Ich legte mir ein einfaches Formular zurecht, mit dem ich Inhalte und Zeiten schnell und effizient erfassen konnte, ohne allzuviel Zeit mit der Erfassung selbt zu verbringen. Hierbei diente mir jenes einfache Formular, in das ich meine Routinen eintrug und Freiraum blieb, für alles was nicht Routine war. Es war erstaunlich, was ich dabei entdeckte. Natürlich war es für mich als Multitask-Arbeiterin, die damals eine extrem große Zahl an Funktionen ausfüllte, gar nicht anders machbar und dass damals meine Bitte die Tätigkeiten, in denen ich nicht nur schwach war, sondern mir zudem auch gegen den Strich gingen (… und noch heute gehen. Man macht zur Not auch dieses oder jenes, wenn im KMU sich kein anderer findet.), durch eine zusätzliche Halbtagskraft abzunehmen, ist bis heute in meine Augen eine Fehlentscheidung der Geschäftsleitung. Es war der Anfang von einem sehr bösen Jahr für mich und für meinen damaligen Arbeitgeber.

Man sollte solche Analysen ernst nehmen, ob selbstständig oder angestellt, es ist eine wichtige Grundlage für die Arbeitsplatzorganisation und auch für die Arbeitsplatzbeschreibung. Die Lektüre des Artikels ist ein weiterer Baustein, wie man z.B. an Lösungsstrategien herangehen kann. Siehe Abschnitt zur NASA und die Unterbrechung eines Millonen-Dollar-Versuches.

Gefunden via Jo’s Jobwelt via Jobblog via Medienkonvergenz plus ein wenig Recherche und dem Kramen in meinem Uralt-Archiv.


 
weitere Artikel zu:

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation,Organisation,Planung

(Wer sagt es als erster?)

 

Nur nicht einschränken lassen

Eintrag abgelegt unter: Führung,Kommunikation,Kooperation — von silkester um 8:03 am am

Geschlossene Fragen schränken ein. In Gesprächen reagieren wie nicht selten instinktiv. Dann ist es eine gute Idee, ein wenig zu trainieren, wie man mit geschlossenen Fragen umgehen kann, dass diese nicht einschränken. Auf Jo’s Jobwelt ist ein solche geschlossene Frage:

Sie fahren mit ihrem Auto über eine einsame Landstraße in einer eiskalten, gefährlich-stürmischen Nacht. Als sie eine Bushaltestelle passieren, sehen Sie dort drei Menschen:

  1. Eine alte Dame, die offenbar dem Tode nahe ist und ins Krankenhaus muss;
  2. einen alten Freund, der Ihnen einmal das Leben gerettet hat;
  3. Ihren Traumpartner, nach dem Sie schon Ihr ganzes Leben suchen.

Es folgt eine Frage der Moral: Wenn Sie nur eine Person mitnehmen könnten, wem würden Sie den Platz in Ihrem Auto anbieten?

Denken Sie nach. Bedenke die Möglichkeiten, prüfe die Ressourcen und finde die bestmögliche Lösung. Mein English-Professor umschrieb diesen Vorgang mit: Take the meat out.

Auflösung auf Jo’s Jobworld.

via Basicthinking


 
weitere Artikel zu:

Eintrag abgelegt unter: Führung,Kommunikation,Kooperation

(Wer sagt es als erster?)

 

Wie steht’s mit dem Kapee?

Eintrag abgelegt unter: Humor,Kommunikation — von silkester um 7:45 am am November 11, 2005

Wer kapiert, was im KMU-Blog steht? Ich hab’s gestestet.

Sie sollten schon einen Schulabschluß haben.

Das ist in Ordnung. Und wer jetzt auch wissen will, wie klug seine Leser sein müssen, die Texte lesen zu können, kann das im Lesbarkeitstest überprüfen.

Bitte beachten: Lesen heißt nicht verstehen. Wenn ich hier nun ein paar Brocken Suaheli einwürfe, wären die meisten Leser ziemlich verratzt, es käme vermutlich immer noch ein Wert von ca. 50-60 raus. :D

via Gerold Braun


 
weitere Artikel zu:

Eintrag abgelegt unter: Humor,Kommunikation

(Wer sagt es als erster?)

 

Realignment oder Redesign? … ist die Site dann verstümmelt?

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation,Marketing — von silkester um 7:44 am am

“Good Designers Redesign, Great Designers Realign” titelte kürzlich A List Apart. Was heißt das? Und was hat es mit dem anderen Artikel Design Choices Can Cripple a Website auf sich? Muss das alles so häßlich sein?

Realign heißt, das Design als Ausdruck einer Philosophie und der Identität zu verstehen und bei Veränderungen derselben, das Design den neuen Gegebenheiten anzupassen und darf auch ein komplett neues Redesign beinhalten, wenn dies dem Unternehmen dient. Wer darüber hinaus Lust auf Redesign verspürt, sollte sich eine Hobbysite zulegen und dort nach Herzenslust redesignen.

Eine gute Marke beinhaltet Kontinuität. Würde man aus dem tiefsten Sibirien einen der deutschen Soldaten nach Deutschland holen, der damals sein Glück dort fand und nie nach Deutschland zurückkehrte, er würde die Marke Persil noch immer als die Waschmittelmarke seiner Jugend wiedererkennen, auch wenn er ansonsten seit her nie mehr eine Persil-Werbung gesehen hätte. Persil hat nie ein Redesign gemacht, sondern stets ein Realign.

Der Title “Design choices can cripple”, also die Wahl der Designelemente kann eine Website verstümmeln, verstehen viele (Web-)designer bei der Wahl der gezeigten Beispiele, etwas schräg, ich eingeschlossen, wobei das der erste Moment war. Kein Problem, es ist einzusehen, dass Verkaufszahlen für sich sprechen, aber das Herz blutet, wenn nun alle Websites wie in dem gezeigten Beispiel B in eine Wühlkiste des Walmarts verwandelt werden sollen. Muss nicht sein. Wirklich.

Ich zähle selbst zu den Designern, die lieber sterben, als einen gewissen Grad der schönen Gestalt zu verlassen. Das ist — gepfiffen und getrommelt — ein Tusch tadaaah — überhaupt nicht nötig.

Wodurch zeichnet sich das Design des Verkaufsschlagers “Beispiel B” aus?

Es stellt in den Mittelpunkt die zentrale Ansprache, die bei den Beispielen A und C fehlen. Mit der Frage “Wollen Sie das und das?” wird ganz konkret gefragt und wer hier ja sagt, der wird nun klar und gezielt suchen, wie er dieses Ziel auf dieser Seite erreichen kann.

Genau daraufhin wurde nun gestern spät in der Nacht auch die Eingangsseite in der Templaterie überarbeitet. Wer den Screenshot der Templaterie mit Beispiel B vergleicht, stellt fest, dass zentrale Elemente übereinstimmen. Die Frage, ob man dieses oder jenes wolle und die Aussicht auf das, was man gewinnt und eine einfache klare Handlungsaufforderung.

Wenn man beides vergleicht, stellt man fest, dass eine Seite bei der Integration jener Elemente durchaus auch aufgeräumt sein kann. Ohne Frage, am Ende zählt das Ergebnis. Deswegen man muss dennoch nicht aus der ganzen Welt einen Hamburger Fischmarkt mit bis zur Heißerkeit brüllenden Bananenhändlern machen. Häßlichkeit und penetrante Aufdringlichkeit ist kein erstrebenswertes Ziel.

Man kann auch stilvoll führen und seinen Webauftritt fokusiert und ansprechend gestalten. Design, Marketing und Vertrieb sind hier gefordert eng zusammen zu arbeiten und in einem Workshop:

  1. Ziele definieren (Marketing)
  2. Kunden ansprechen (Vertrieb)
  3. Gespräch führen (Design)

Ihre Website ist immer ein Ort der Entscheidung: “Lesen oder Weiterklicken”. Ob die Website zum besten Verkäufer im Unternehmen wird, hängt von der Optimierung ab. Mehr zum Thema Verkaufsgespräch über die Website, findet man auf den Seiten des Beraters Christian Rothe (designtechnisch, könnte man daran noch etwas feilen, wenn man mich fragt.), der sich mit den Seiten des Max Zorno im Netz einen Namen gemacht hat.

Ist das der einzige Weg?

Nein, Realign — die Ausrichtung auf die Unternehmensidentität und die Unternehmensziele kann auch etwas anderes bedeuten. Mit Kultstatus, erübrigt sind das Gespräch. Ganz im Gegenteil, wer sich auf die Ebene des Kunden begibt, verliert seinen Status des besonderen. Kult heißt ganz vorne an der Spitze sein und gnädig teilhaben zu lassen. Das ist die Apotheose. Der Experte, der in höheren Sphären weilt und der von denen, die sich die Elite leisten können, gebucht wird.

Sich im Netz als Authorität auf einem Gebiet zu profilieren bedeutet, schneller, brillianter und klarer, origineller, originärer in der Präsentation zu sein. Es erfordert, mit seinen Beiträgen zum Gesprächsstoff zu werden. Erst wer in aller Munde ist, wird über diese Form der Vermarktung auch zum Ergebnis kommen. Dies kann im Gespräch erfolgen und muss nicht unhöflich sein. Aber es ist die Ebene des Experten und auf seinem Gebiet und der Mut zur Lücke sollte dann souverän erfolgen. Zuviel heiße Luft und man wird irgendwann (meist zum falschen Zeitpunkt) unsanft vom hohen Ross gestoßen.

Die Frage, welcher Weg der Bessere ist, eine Frage des Produktes.


 
weitere Artikel zu:

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation,Marketing

(Wer sagt es als erster?)

 

Bloggen oder nicht Bloggen?

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation — von silkester um 6:25 am am November 8, 2005

Ich kann nicht anders, ich muss es schreiben:

Die Geschäftsleitung:
Bloggen oder Nichtbloggen; das ist hier die Frage:
Obs edler im Gemüt, die Links und schnöde Worte
Des wütenden Blogmobs erdulden oder,
Sich waffnend gegen eine Schar von Plagen,
Durch Widerstand sie enden? Schreiben – schwelgen –
Nichts weiter! Und zu wissen, daß ein Wort
Das Herziehn und die tausend Posts endet,
Die unser ungestümes Streben, ’s ist ein Ziel,
Aufs innigste zu wünschen. Schreiben – schwelgen –
Schreiben! Vielleicht auch träumen! Ja, da liegts:
Was in den Worten für Träume kommen mögen,
Wenn wir die irdische Verstrickung kommentierten,
Das zwingt uns zuzuhören. Das ist die Rücksicht,
Die Betriebe läßt zu hohen Jahren kommen.
Denn wer ertrüg der Zeiten Spott und Geißel,
Der Medien Druck, des Bloggers Mißhandlungen,
Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub,
Den Übermut des Staates und die Steuerlast,
Die überdies den Verdienst erdrückt,
Wenn er sich versorgt in Ruhstand setzen könnte
Mit einem Antrag bloß? Wer trüge Lasten
Und stöhnt’ und schwitzte unter Lebensmüh?
Nur daß die Schmach der blutroten Zahlen,
Das unentdeckte Land, von des Bezirk
Kein Wandrer wiederkehrt, den Willen irrt,
Daß wir die Übel, die wir haben, lieber
Ertragen als zu unbekannten fliehn.
So macht Bewußtsein Feige aus uns allen;
Der angebornen Farbe der Entschließung
Wird des Gedankens Blässe angekränkelt;
Und Unternehmen, hochgezielt und wertvoll,
Durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt,
Verlieren so der Handlung Namen. – Still!
Die reizenden Berater! – Basic, Röll und Eck, schließ
In dein Gebet all meine Unbedachtheit ein!

Shakespears Hamlet remixed

 
Ich weiß nicht, ob es für jedes Unternehmen Sinn macht zu bloggen und ob jedes Unternehmen bloggen sollte. Aber Ich sehe beim besten Willen auch keinen Grund, warum es das nicht tun sollte. Bloggen hat viel mit Gesprächskultur zu tun und Bloggen nutzt Netzstrukturen so geschickt, dass es in meinen Augen definitiv ein Fehler wäre, dieses Instrument nicht auf seine Anwendbarkeit hin zu untersuchen. Und die Gedanken in der reinen Formsachen zu CEOs und Fischen, nun fragt sich wer was schreibt und auf welche Leser es abzielt. Würde nicht beim Börsenhai die Kenntnis darüber, dass CEO A und CEO B der Branche XY zur selben Zeit im selben trüben Teich fischten, folgenreiche Konsequenzen haben? Und würden nicht Gerüchte über Schwierigkeiten im Unternehmen durch entsprechende illustere Urlaubserzählungen just in der vermeintlichen Krisenzeit Bedenken relativieren? Und ein CEO der von den klaren Bächen und Fischen erzählt, zeigt seine Nähe zur Natur. Würde man dem nicht eher abkaufen, dass er auch in seinem Betrieb eine nachhaltige Umweltpolitik durchsetzt, auf Verträglichkeit und Ökologie achtet?

In jedem Gespräch ist ein Hintergrundrauschen, das unsere Meinung über Dinge und andere Aussagen, die im Bezug zu Gespräch und deren Teilnehmer stehen, beeinflussen.

Warum also sollte ein Unternehmen nicht in diese Kultur eintauchen und mitmachen?

Stellt sich die Frage nach den Return on Invest? Nun nicht alles lässt sich sofort in Heller und Pfennig messen und manches braucht einen sehr langen Bezugsrahmen und immer noch wird man bei all dem Rauschen durch andere Faktoren keine eineindeutige Aussage treffen können. Desweiteren werden einige aktuell positive Effekte zukünftig deutlich schwächer ausgeprägt sein. Macht es also wirklich Sinn, diese Effekte in den Vordergrund zu stellen? Letzlich wird man als Untenehmer seinen Stil, seine Mischung und sein Zielpublikum suchen und damit sehr wohl in einem gewissen Rahmen experimentieren müssen. Ob man das nun Spiel oder Pilot nennt, ist dabei zweitrangig, denn gemeint ist ein und das selbe.

Nachtrag: Formsache: Das Germanisten-Herz erfreut. Gern gescheh’n.


 
weitere Artikel zu:

Eintrag abgelegt unter: Kommunikation

(Wer sagt es als erster?)

 

Business-Blogging-Wochen mit ç

Eintrag abgelegt unter: Humor,Kommunikation — von silkester um 8:27 am am November 4, 2005

Es ist ausgesprochen lesenswert und amüsant, Alp Uçkans „Business-Blogging-Weeks“ (Artikel zwischenzeitlich offline auf uckan.info/siehe Kommentar von Alp Uçkan) zu verfolgen.

Alles fing mit dieser Liste an: Top100-Business-Blogs. In dieser Liste fehlte Alp Uçkans. Also beschloß er etwas zu unternehmen um diesen Missstand zu beheben:

  • Er sorgte für ein Logo 

Und ist auch sonst nun ganz auf den monetären Profit orientiert. Seiner Orientierung wird jedoch noch so ganz nachgekommen. Erste Verhandlungen mit dem Hersteller des Hundehirnjoggers scheiterten trotz Marktgängiger eindrucksvoller Beispiele für die Marktfähigkeit von Blogs.

  • Als Business-Tip: Anzeigen müssen klare Ansagen haben
    z.B. Mach mit im Whipets-Adventskalender.

So dasss man nicht im Beitrag lange das zweite Geschäftsmodell suchen muss. Echte Geschäftsleute lassen sich auch nicht von einem ersten Nein abwimmeln. Bei Verhandlungen gilt: Wer fragt führt. Und vielleicht hat Herr Uçkans ja nur die Frage noch nicht treffend formuliert. So im Sinne von der Anekdote von den zwei Rauchern im rauchfreien Kloster: "Darf ich rauchen während der Meditation?" vs. "Darf ich meditieren während des Rauchens?". Soweit der erste Eindruck von meiner Seite, zu dieser eindrucksvollen Offenheit in Bezug auf Business-Blogging.


 
weitere Artikel zu:

Eintrag abgelegt unter: Humor,Kommunikation

(Wer sagt es als erster?)

 

« Vorherige SeiteNächste Seite »